Die Negativherstellung.

Die wichtigste Vorbereitung bei der Herstellung von Edeldrucken. Es ist durchaus ernst gemeint, wenn ich sage, das man ohne Reue die Hälfte der gesamten Arbeitszeit auf die Herstellung des Negativs verwenden sollte. In allen Fällen kommt ein orthochromatischer Halbtonfilm von Agfa* zum Einsatz, dessen Gradation sich sehr genau mit jeweils einem definierten Gelb- und Blaufilter steuern läßt.
Ein Kollege aus Münster, experimentiert seit einiger Zeit erfolgreich mit Röntgenfilm, vielleicht eine Alternative.

Folgende Verfahren bieten sich praktisch zur Negativherstellung an:
Man fotografiert mit großem Kameraformat (z. B. 8x10 inch), daß wäre der Idealfall. Die Qualität der Negative bei variabler Entwicklung ist optimal. Wichtig ist, daß die Filme für den jeweiligen Prozeß die optimale Dichte aufweisen. Um in die richtige Dichteregion zu kommen muß man in der Regel die Belichtung und Entwicklung variieren. Für Dichten über 2,0 muß man die Entwicklungszeit - bei etwas reduzierter Belichtung in der Kamera - um ca. 100% steigern. Test erforderlich!!
Ein brauchbarer Weg führt über die Digitalisierung der Motive mit anschließender Ausbelichtung oder - bei Verzicht auf die letzte Qualität -  Ausdruck mit hochauflösendem Tintenstrahldrucker auf entsprechender Folie. Wenn man auf große Formate verzichtet, bietet diese Methode einige Vorteile; Kontraststeuerung und Motivsampling lassen sich punktgenau durchführen.
Welche Methode man auch wählt, am Ende müssen etwa folgende Negativkontraste erreicht werden:

* Diesen Film gibt es nicht mehr. Heute kommt eigentlich nur noch die Herstellung des Negativs mit Computertechnik in Frage.

 

Platindruck:

 

   Entwicklungsverfahren: 

Gamma 1,4-1,7

   Auskopierverfahren:     

Gamma 1,9-2,2

Gummidruck:

Gamma 1,3-1,5

Albuminprint

Gamma über 2,0
Salzprint Gamma über 2,0
Ziatypie Gamma 1,5-2,0
Kallitypie Gamma 1,5-1,8
Cyanotypie Gamma 1,5-1,8