Albuminpapier

Albuminpapier wird heute von einer amerikanischen Firma wieder hergestellt, um darauf zeitgenössische Photographien zu vermarkten. Käuflich ist es nicht (Albumen Camera Works. 362 West Erie St., Chicago, 11. 60610 USA).

Man kann es selbst bereiten: Man schlägt Hühnereiweiß zu Schaum, läßt 24 Stunden absetzen und verwendet nur die klare Eiweißmasse. Das dünne (Zeichen-)Papier wird mit folgender Lösung blasenfrei bestrichen, besser wird auf ihr völlig luftblasenfrei schwimmen gelassen:

Hühnereiweiß 800 ccm,
Wasser 200 ccm,
Ammoniumchlorid (Salmiak) 20 g.

Nach dem Trocknen wird das Papicr für etwa 2 - 4 Minuten auf einer 18 - 20 Grad warmen, 10 %igen Silbernitratlösung schwimmen gelassen.

Das so sensibilisierte Papier hält sich maximal 2 - 3 Tage, es sollte aber möglichst am gleichen Tage verbraucht werden. Kopiert wird von brillanten bis harten und sehr gedecken Negativen, die beschichteten Papiere sollten etwas Feuchtigkeit enthalten, ggf. sind sie kurz über Wasserdampf zu halten.

Nach dem Kopieren wird bei gedämpftem Licht kurz in Wasser abgespült und in einem Goldtonbad getont. Z.B. in:

Goldchloridlösung 1: 100
6 ccm, Borax 2 g,
Wasser 100 ccm.

Danach wird in 10 %lger Natriumthiosulfatlösung für 10 - 20 Minuten fixiert und anschließend gewässert.

Man kann aber auch gleich nach dem Kopieren fixieren und wässern und eine Tonung in einem Schwefel- oder Goldtonbade dann anschließen. Notwendig ist die Tonung natürlich nicht, sie dient nur zu Tonverbesserung. Eine einfache Tonung ist folgende: Nach dem Schlußwässern wird etwa eine Minute in folgendem Bade gebleicht:

Kupfersulfat 10 g,
Kochsalz 20 g,
Wasser 500 ccrn,

es wird gewässert und danach wird die Kopie dem Tageslicht längere Zeit ausgesetzt, daraufhin wird in einem Entwickler bis zu einem gewünschten Schwarz-Braunton entwickelt. Die Bilder werden danach noch kurz abgespült'.

Aus:
Frank Heidtmann,
'Kunstphotographische Edeldruckverfahren heute'
Berlin Verlag, Berlin 1978, 1. Aufl.